Satel Film-Gründer Michael Wolkenstein mit KURIER Platin-ROMY für sein Lebenswerk ausgezeichnet

01/12/25 – Die KURIER Branchen-ROMY ehrt Persönlichkeiten hinter der Kamera – jene, ohne die es weder Film noch Fernsehen gäbe. Bei der feierlichen Gala auf Schloss Kaps in Kitzbühel wurde Michael Wolkenstein, Gründer der Satel Film, mit der ROMY in Platin für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Die Laudatio hielt der Geschäftsführer der Bavaria Film, Christian Franckenstein.

Egal ob “Der Schüler Gerber”, “Kottan ermittelt”, “Die Piefke Saga”, “Soko Donau” oder Österreichs erste Oscar-Nominierung “38 – Auch das war Wien” – alle diese Produktionen sind untrennbar mit Michael Wolkenstein (85), dem Gründer der Wiener Satel Film, verknüpft. Im Rahmen der KURIER Branchen-ROMY auf Schloss Kaps in Kitzbühel wurde Wolkenstein mit der KURIER Platin-ROMY für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Christian Franckenstein, Geschäftsführer der Bavaria Film.

“Diese Auszeichnung freut mich wirklich sehr. Und sie kann auch nur durch das gemeinsame Arbeiten entstehen. Ich hätte allein nie einen Film machen können. Mein Dank gilt all meinen treuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mich über all die Jahre begleitet und unterstützt haben. Und ich bin stolz, dass ich bis heute mit so vielen von ihnen in guter Freundschaft verbunden bin”, erklärt Michael Wolkenstein.

Alles begann bei einem Achterl…
Die Geschichte von Satel Film begann – ganz wienerisch – beim Heurigen Feuerwehr Wagner in Grinzing. Michael Wolkenstein erinnert sich: “Ich saß 1971 beim Heurigen und kombinierte nach ein paar Achterl den Namen Sascha-Film mit Polytel, einer Filmtochter von PolyGram – daraus entstand Satel. Anfangs war man nicht begeistert, dass wir plötzlich am Markt waren. Damals dominierten Auftragsfirmen der Sendeanstalten. Unser Ansatz war anders: Wir entwickelten selbst, finanzierten vor und vergaben Lizenzen.” Rasch etablierte sich das junge Unternehmen als feste Größe in der österreichischen Filmwirtschaft. Wolkenstein: “Wenn man selbst Stoffe entwickelt, hat man auch den Kontakt zu den Autoren. Für mich gilt der alte Satz von Louis B. Mayer, dem MGM Gründer: Das Wichtigste am Film ist das Buch, das Buch, das Buch. Es geht ums Geschichtenerzählen. Aus einem schlechten Buch kann kein guter Film werden.”

Erfolgreich seit fünf Jahrzehnten
Seit mehr als 50 Jahren zählt die Satel Film zu den führenden, österreichischen Filmproduktionen. Mit legendären Kinofilmen wie Maximilian Schells “Geschichten aus dem Wiener Wald” (1979), Peter Patzaks “Kassbach” (1979), dem Academy Award nominierten “38 – Auch das war Wien” (1986) von Wolfgang Glück und Luc Bondys preisgekröntem “Das weite Land” (1987) konnte sich die Satel Film bereits in den 1970er und 1980er Jahren als Fixgröße in der österreichischen Filmwirtschaft etablieren.

“Der Schüler Gerber“ (1981) wurde zum Standardrepertoire in Schulklassen, die Kultserie „Kottan ermittelt“ (1976-1983) brachte Schwung in die eher trockene Krimiwelt und mit „Die Piefke-Saga“ (1990-1993) polarisierte man in der heimischen Tourismusindustrie und gewann den Grimme-Preis. Mit „Schlosshotel Orth“ (1996-2004) produzierte Michael Wolkenstein einen weiteren TV-Klassiker, der das Publikum über neun Staffeln hinweg begleitete.

2007 übernahm Heinrich Ambrosch als geschäftsführender Gesellschafter die Leitung des Unternehmens. “Ich durfte eine Firma mit hervorragender Struktur und engagierten MitarbeiterInnen übernehmen”, so Ambrosch. “Michael hat mit Literaturadaptionen wie ‘Der Schüler Gerber’, ‘Geschichten aus dem Wienerwald’ sowie mit Originalstoffen wie ‘Die Piefke Saga’ oder ‘Kottan ermittelt’ Fernsehklassiker geschaffen, mit denen ich aufgewachsen bin. Dieses kulturelle Erbe prägt mich und das Team der Satel Film bis heute – es ist zugleich Ansporn aber auch Verpflichtung.”

Und die Erfolgsgeschichte der Satel geht weiter: Langläufige Produktionen wie “SOKO Donau/Wien” (seit 2005) und “Die Toten von Salzburg” (seit 2016) sorgen regelmäßig für Rekordquoten im In- und Ausland. Mit “Freud” (2019), der ersten heimischen Serien-Produktion für Netflix in Kooperation mit dem ORF und Bavaria Fiction, schlugen Ambrosch und sein Team ein neues Kapitel in der Firmengeschichte auf und gewannen die Romy als “Beste Produktion TV Fiktion”. Zu den jüngsten Projekten der Satel Film zählt eine weitere große internationale Produktion: Die sechsteilige Disney+ Original Serie “Vienna Game” von Produzentin Bettina Kuhn widmet sich dem Wiener Kongress und wurde 2024 in Österreich und Ungarn gedreht.

Bildcredit: Kurier/Philipp Hutter